18 posts categorized "Sport & Politik"

22.01.10

Opium gegen die Armut

Fußball verzaubert und wird von Herrschenden genutzt 

Kapstadt, 22. Januar (Frank Martin): Am Sonntag und Montag wird der Afrika-Cup in Angola mit den Viertelfinal-Spielen fortgesetzt. Dabei spielen Elfenbeinküste - Algerien, Angola - Ghana, Ägypten - Kamerun und Sambia - Nigeria. „Die Zukunft des Fußballs ist schwarz“, prophezeite einmal Pelé. Sollte er Recht behalten, werden sowohl der Afrika-Cup als auch die WM-Endrunde im Sommer in Südafrika wichtige Meilensteine sein. Denn Fußball ist die Leidenschaft des Schwarzen Kontinents

Mehr als anderswo werden hier beliebte Spieler zu Idolen verklärt und nach enttäuschenden Resultaten hemmungslos geschmäht. „Fußball kann Völker und Stämme versöhnen, die durch einen Bürgerkrieg entzweit wurden, wie das Beispiel Elfenbeinküste zeigt“, schreibt Bartholomäus Grill in seinem Buch Laduuuuuma! (Tooooor! – Wie der Fußball Afrika verzaubert). Der Afrika-Kenner konstatiert, Fußball sei „ein Opium, das die Armut erträglich macht“. Und die Entwicklungsexpertin Axelle Kabou befindet in diesem Punkt: „Der  Fußball „lindert schwarze Minderwertigkeitsgefühle“, und halte als einigendes Band fragile Vielvölker-Gesellschaften zusammen. „Denn die Grenzen der jungen Staaten wurden in der Regel auf den Reißtischblättern der Kolonialherren gezogen, jenseits des traditionellen Stammesdenkens.“ Durch den Fußball sei erst ein nationales Selbstbewusstsein entstanden. 

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27.10.09

Mehr als eine Reparaturwerkstatt

Der Sportverein als unerlässliche Stütze der Gesellschaft 

Sport ist für viele in unserer Mediengesellschaft in erster Linie nur noch Hochleistungssport. Olympische Spiele, Weltmeisterschaften, Rekordjagd, Skandale und Skandälchen – damit möchte der Sportkonsument heutzutage unterhalten werden. Und auch diejenigen, die darüber berichten, sonnen sich gerne im Glanz von Siegern oder spüren gefallenen Helden hinterher. Wen interessiert da schon die Basis, der ganz normale Vereinsalltag, der so normal nun heute gar nicht mehr ist? 

Berlin, 27. Oktober (Kommentar von Bianka Schreiber-Rietig): 

Der deutsche Verein, einzigartig auf der Welt, viel belächelt, ist heute in vielen Bereichen eine gemeinnützige Stütze dieser Gesellschaft. Vielleicht sollten Aktionen, wie sie der Landessportbund Berlin mit seiner sportpolitischen Stadtrundfahrt anbot, zum festen Vereinsprogramm werden, um Öffentlichkeit, aber auch Politiker darauf hinzuweisen, was Vereine heute zu stemmen haben – vor allem in deutschen Großstädten und Ballungsgebieten. Berlin ist in vielen Bereichen Vorreiter und Vorbild – hat schon in den 70er Jahren erkannt, was mit dem Thema Integration auf diese Stadt zukommen wird und gehandelt, nimmt sich der Kinder aus armen Familien an, kümmert sich um Gesundheit von groß und klein. Weder in Berlin noch anderswo in dieser Republik drückt sich der Sport vor seiner sozialen Verantwortung oder Herausforderung, die ihm mehr oder weniger von anderen aufgedrängt wurden. Der Sportverein als Reparaturwerkstatt für erzieherische Fehlleistungen. Von vielen wird er als Allheilmittel gesehen und überfordert. Doch ohne Sport und seine ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer stünde es um den sozialen Frieden nicht nur in manchen Berliner Kiezen vielleicht noch schlechter als ohnehin.

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23.10.09

Todt bremst Vatanen aus

Ehemaliger Ferrari-Teamchef neuer FIA-Präsident 

Der ehemalige Ferrari-Teamchef und -Geschäftsführer Jean Todt ist zum Präsidenten der Föderation Internationale de Automobile (FIA) gewählt worden. Im Rahmen der FIA-Generalversammlung setzte sich der Franzose gegen seinen Kontrahenten, den finnischen EU-Parlamentarier und ehemaligen Rallye-Weltmeister Ari Vatanen, durch. 

Paris, 23. Oktober (sps-Korrespondent Francois Nancy): 

Der 63 Jahre alte Todt – als Aktiver war er Rallye-Beifahrer – erhielt 135 Stimmen, Vatanen dagegen nur 49 Stimmen bei zwölf Enthaltungen oder ungültigen Stimmen. Der scheidende und zuletzt stark umstrittene Präsident Max Mosley, der nach einer Sexaffäre in die Kritik geraten war, aber auch das Beinahe-Auseinanderbrechen der Formel 1 mit zu verantworten hatte, hatte Todt im Vorfeld der Wahl klar favorisiert. 18 Jahre lang hatte Mosley an der Spitze des Verbandes gestanden, Todt wird das Amt zunächst für vier Jahre bekleiden. Im Bereich Sport wird Graham Stoker künftig das Amt des stellvertretenden Präsidenten inne haben, sein Kollege im Bereich Mobilität wird Brian Gibbons. 

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12.10.09

Kommerz-Arenen

Betriebswirtschaftlich eine reizvolle Alternative“ 

Was die Schatzmeister freut, stößt den Fans vielerorts oft ziemlich übel auf: Fußballstadien, die ihren Namen wechseln wie andere Leute ihr Hemd, sind nicht jedermanns Sache. In Hamburg sind nicht nur die Nächte, sondern auch die Namen lang (und sperrig). 

Hamburg, 12. Oktober (isk-Korrespondent Manfred Neuber)

„Die Medien können nicht verpflichtet werden, einen neuen Stadionnamen auch tatsächlich zu benutzen“, konstatiert der Hamburger Rechtsanwalt Mirko Wittneben zu dem viel diskutierten Thema. Gerade in der Freien Hansestadt regt sich schon lange Unwillen über mehrmalige Umbenennungen des früheren Volksparkstadions. Fan-Gruppen des Hamburger SV fordern die Rückkehr zum vertrauten Namen. Auch in anderen Städten geht vielen Fußballfreunden die Kommerzialisierung zu weit, wenn Wald- oder Neckarstadion heute fremdartig firmieren. „Die Vergabe von Namensrechten an Sportstätten im Rahmen spezieller Verträge hat in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, erläutert der Justitiar. „Während Sportanlagen früher nach Regionen, Flüssen oder verdienten Persönlichkeiten benannt wurden, ist die Namensgebung durch einen Sponsor für Stadionbetreiber inzwischen eine betriebswirtschaftlich reizvolle Alternative.“ Negativreaktionen erfahren jedoch Vereine, die ihre Tradition (für Mammon) über Bord werfen und die Fans vergraulen. Siehe Rostock (DKB), Nürnberg (easyCredit-Arena) oder Dortmund (Signal Iduna Park).

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08.10.09

Grauzone Korruption

Dokument von „Transparency international“ zum Sport 

Sylvia Schenk, Olympia-Teilnehmerin in München (800 Meter), frühere Frankfurter Sportdezernentin und Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer arbeitet als Vorsitzende der deutschen Sektion von Transparency international, einer Organisation, die sich dem Kampf gegen Korruption verschrieben hat. In einem von ihr erarbeiteten Dokument wird bedauert, dass Sportorganisationen „wenig Transparenz zeigen, wenn es darum geht, wichtige Informationen öffentlich zu machen“. 

Bildschirmfoto 2009-10-08 um 09.35.34 Bonn, 8. Oktober (isk-Korrespondent Manfred Neuber): 

„Korruption im Sport ist im deutschen Strafrecht, anders als in anderen Ländern, nicht vorgesehen“, beklagt Wolfgang Schaupensteiner, Deutschlands bekanntester Korruptionsbekämpfer. Der frühere Frankfurter Oberstaatsanwalt weist darauf hin, dass „vieles, was als Korruption im Sport wahrgenommen wird, zum Beispiel Schiedsrichterbestechung, im Strafgesetzbuch einfach nicht abgebildet ist“. So sei es nicht verwunderlich, dass der Sport rechtlich eine Grauzone darstelle und sich in diesem Bereich Kriminalität immer mehr ausbreite. „Angesichts der Gelegenheiten, schmutziges Geld zu investieren und kleine Summen in große zu verwandeln, kann dies letztlich alle Sportbereiche betreffen“, stellt Transparency International nüchtern fest. Der Sport biete „ein Umfeld, das verführerisch für Geldwäsche durch organisierte Kriminalität ist“. So heißt es in einem Papier zur Korruption im Sport dieser Nichtregierungsorganisation. Chefin der deutschen Sektion ist Sylvia Schenk, die frühere Frankfurter Sportdezernentin und Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer.

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20.08.09

Fußball total

Kommentar eines Sportfunktionärs mit kirchlichen Wurzeln

Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche haben sich zuletzt überaus kritisch gegenüber „Fußball total im Fernsehen“ geäußert. Zu den neuen Anstoßzeiten und der mächtigen Fußball-Präsenz im Fernsehen nimmt auch der Präsident des DJK-Sportverbandes, Volker Monnejahn –  gewissermaßen in Doppelfunktion als Vertreter eines Sportverbandes mit kirchlichen Wurzeln – in einem Gastkommentar Stellung: 


Volker Monnerjahn: (Frankfurt am Main/Walldorf, 20. August). - Fußball ist eine der „schönsten Nebensachen der Welt“, das ist unbestritten und wird auch durch die  Mitgliederzahlen in Fußballvereinen, Fanclubs und Einschaltquoten eindrücklich belegt. Genauso selbstverständlich ist in unserer Zeit, dass mit solchen Massen auch Massen Geld zu verdienen sind. Fußball ist bekanntlich zu einem Riesengeschäft geworden. Die Verantwortlichen haben durch Spiel- und Übertragungszeiten neue Rahmenbedingungen gesetzt, und sie versuchen den Profit weiter zu steigern. Auswirkungen in die gesellschaftlichen Strukturen sind programmiert und werden zeigen, wohin das Pendel ausschlägt. Damit ist ein Wochenende mit Fußball von Freitag bis Sonntag möglich geworden oder anders gesagt: Das kann für Familien heißen: „Am Wochenende gehört der Papa dem Fußball.“ Fußballbegeisterte und vor allem deren Partner und Familien sollten hierüber ins Gespräch kommen und ihr Wochenende gemeinsam planen. Wo dies geschieht, wird der Fußball seine Faszination behalten und keine Blockade für andere Aktivitäten und Interessen bilden. Bewusster Leben –  bewusst erleben: Das kann der Schlüssel zu einer neuen Wochenend- und Familienerfahrung sein.

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12.03.09

Aktionen gegen Rassismus

DFB und DFL rufen zur Unterstützung auf

Plakat Blick auf einen Teil des Plakates, mit dem die großen Fußball-Organisationen engagiert zu den Internationalen Wochen gegen den Rassismus aufrufen (Foto-Copyright: DFB).

Frankfurt am Main, 12. März (prd).- Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) unterstützen wie schon in den Vorjahren den Interkulturellen Rat im Rahmen der Wochen gegen Rassismus, die vom Montag, den 16. März,  bis zum Sonntag, den 29. März, laufen. An den kommenden beiden Spieltagen der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga sowie der Regionalligen soll jeweils vor der Partie eine Stadiondurchsage vorgelesen werden. Hier ein Auszug: „Unser Verein sowie seine Spieler und Fans sind Teil der weltweiten Fußball-Familie. Wir sehen deshalb nicht tatenlos zu, wenn einzelne Unverbesserliche die Begeisterung für unseren Sport dazu missbrauchen, rassistische und fremdenfeindliche Parolen zu skandieren und Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Kultur oder Religion zu beleidigen oder körperlich anzugreifen.“

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04.12.08

Abkupfern wünschenswert

DOSB-Vizepräsident fordert intensivere Olympia-Schulung

Gienger Eberhard Gienger, im Deutschen Olympischen Sportbund für den Leistungsbereich zuständig, mahnt mehr Trainings- und Wettkampfhärte an und fordert zugleich, den Blick auf jene Länder zu richten, die international Pfeil20_pixel_2 erfolgreich sind. Denn auch in Deutschland gilt: Von anderen lernen, heisst siegen lernen. Peter R. Dienst beschreibt die Situation.

Frankfurt am Main, 4. Dezember.-  Der Vize-Präsident plädiert in Auswertung der Olympischen Spiele von Peking und im Vorfeld der Spiele 2010 in Vancouver und 2012 in London dafür, den Blick im deutschen Leistungssport wieder verstärkt auf die elementaren Grundlagen zu richten. "Ich glaube, dass wir wieder zulegen können. Im Vorfeld von Peking wurden in der Trainingsgestaltung in einigen Sportarten Fehler gemacht, wie das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig in seiner Analyse deutlich herausgearbeitet hat. Diese Informationen liegen vor, jetzt können die Sommersportverbände reagieren und mit Blick auf London umstellen", sagt der Reckweltmeister von 1974. "Wir brauchen mehr Trainings- und Wettkampfhärte, zum Teil muss mehr trainiert werden, wir müssen uns im täglichen Training an der Weltspitze und an den Besten orientieren. Die Verbände, die das beachten, haben auch ihre Erfolge", fügte der frühere Weltklasseturner und heutige Bundestagsabgeordnete (CDU) hinzu und bezieht dabei die Sichtung, die Talentsuche, das Aufspüren von Talenten und deren Förderung in der Nachwuchsarbeit mit ein.

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02.12.08

Verlässliche Partner

DOSB und Kommunen schließen Kooperationsvereinbarung

Bachdosbfoto Thomas Bach, der Präsident des DOSB, betont die herausragende Rolle des Pfeil20_pixel_4 organisierten Sports bei der Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen.

Frankfurt am Main, 2. Dezember.- Städte und Gemeinden sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) werden ihre Zusammenarbeit ausbauen. Der Präsident des Deutschen Städtetages, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der Bautzener Oberbürgermeister Christian Schramm, und Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, unterzeichneten jetzt eine Kooperationsvereinbarung, die unter anderem auch vorsieht, gemeinsame Veranstaltungen zur kommunalen Sportpolitik zu initiieren sowie gemeinsam abgestimmte Interessen gegenüber Dritten zu vertreten.

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21.06.08

Herausforderung

Horst Schinzel   über das Sportland Schleswig-Holstein

2365dr_wienholtz Ekkehard Wienholtz, Präsident des Sportverbandes von Schleswig-Holstein, wirbt für ein breit angelegtes Bündnis zur Förderung des Sports (Foto: LSH).

Kiel, 21. Juni (sps). - Traditionell richtet der Landessportverband von Schleswig-Holstein zu Beginn der "Kieler Woche" eine Feierstunde aus. Als Grußredner forderte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, das Bundesland müsse sich stärker profilieren und attraktiver werden. „Die Arbeit in 2700 Sportvereinen mit ihren mehr als 850.0ß0 Mitgliedern ist für ein gesundes und sportliches Schleswig-Holstein unverzichtbar. Es bleibt aber eine große Herausforderung, Menschen für Vorstandsaufgaben oder die Betreuung von Jugendmannschaften zu gewinnen und zu begeistern“, so der Ministerpräsident. Die Bedeutung der Vereine für die Gesellschaft habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Ehrenamtliche Mitarbeiter leisteten auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und für die Rehabilitation.

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