Opium gegen die Armut
Fußball verzaubert und wird von Herrschenden genutzt
Kapstadt, 22. Januar (Frank Martin): Am Sonntag und Montag wird der Afrika-Cup in Angola mit den Viertelfinal-Spielen fortgesetzt. Dabei spielen Elfenbeinküste - Algerien, Angola - Ghana, Ägypten - Kamerun und Sambia - Nigeria. „Die Zukunft des Fußballs ist schwarz“, prophezeite einmal Pelé. Sollte er Recht behalten, werden sowohl der Afrika-Cup als auch die WM-Endrunde im Sommer in Südafrika wichtige Meilensteine sein. Denn Fußball ist die Leidenschaft des Schwarzen Kontinents.
Mehr als anderswo werden hier beliebte Spieler zu Idolen verklärt und nach enttäuschenden Resultaten hemmungslos geschmäht. „Fußball kann Völker und Stämme versöhnen, die durch einen Bürgerkrieg entzweit wurden, wie das Beispiel Elfenbeinküste zeigt“, schreibt Bartholomäus Grill in seinem Buch Laduuuuuma! (Tooooor! – Wie der Fußball Afrika verzaubert). Der Afrika-Kenner konstatiert, Fußball sei „ein Opium, das die Armut erträglich macht“. Und die Entwicklungsexpertin Axelle Kabou befindet in diesem Punkt: „Der Fußball „lindert schwarze Minderwertigkeitsgefühle“, und halte als einigendes Band fragile Vielvölker-Gesellschaften zusammen. „Denn die Grenzen der jungen Staaten wurden in der Regel auf den Reißtischblättern der Kolonialherren gezogen, jenseits des traditionellen Stammesdenkens.“ Durch den Fußball sei erst ein nationales Selbstbewusstsein entstanden.
























