5 posts categorized "Panorama & Kommerz"

20.02.10

Fußball-Club zu verkaufen

Finanz-Krise in der englischen Premier League 

London, 20. Februar (Frank Martin): Hübsche Nachrichten aus England. Der FC Portsmouth, das Schlusslicht der Premier League, ist Pleite. Bei West Ham United werden die Profibezüge gekürzt. Dem FC Liverpool, finanziell wie sportlich angeschlagen, droht die Übernahme durch einen indischen Mogul. Und bei Manchester United braut sich eine Revolte der Fans gegen die amerikanischen Clubbesitzer zusammen. Obendrein erschien in der Financial Times eine Anzeige mit der Überschrift „Fußballclub zu verkaufen.“ 

Das Angebot betrifft den FC Crystal Palace im Süden Londons, der vor zwei Wochen in Konkurs ging. Darauf hin büßte der 1905 gegründete Club in der zweithöchsten Spielklasse zehn Punkte ein. Der Abstieg scheint unvermeidlich. Dass im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs gegen Aston Villa im ersten Match ein 2:2 erzielt wurde und es am 24. Februar zum entscheidenden Rückspiel kommt, zählt kaum noch. Mit einer Schuldenlast von mehr als 30 Millionen Pfund fällt die Suche nach einem Investor im Selhurst Park (26 300 Zuschauerkapazität) ziemlich schwer. Angepriesen wird Crystal Palace als eine „bekannte Marke“. Zur Konkursmasse gehören 26 Profis und außerdem 16 Jugendspieler. Die Trainingsanlage in Kent umfasst vier Spielfelder, moderne Einrichtungen für Physiotherapie sowie eine Nachwuchsakademie. 

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08.02.10

Schulden-Wahnsinn

Mit Vollbremsung will die UEFA Geld-Exzesse eindämmen 

London, 8. Februar (Frank Martin berichtet): Lange hat der Europäische Fußballverband (UEFA) zugesehen, wie Spitzenclubs in England, Italien oder Spanien sich bis über beide Ohren verschuldeten, um astronomische Ablösesummen und Profigehälter zu zahlen. Jetzt soll dem Wahnsinn endlich Einhalt geboten werden, bevor die Spekulationsblase des Fußballs platzt. Wer von der Spielzeit 2012/2013 an kein ausgeglichenes Budget aufweist, soll von der Teilnahme an den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen werden. 

Bereits seit seinem Amtsantritt als UEFA-Präsident fordert der Franzose Michel Platini „finanzielles Fairplay“. Bisher ist es bei bloßer Rhetorik geblieben. Infolge der enormen Kluft zwischen reichen und armen Clubs ein und derselben Liga kann eine Wettbewerbsverzerrung nicht geleugnet werden. Zwar haben millionenschwere Aufkäufer namhafter Vereine viel Geld zum Beispiel in die Premier League gepumpt, aber die Schuldenlast – besonders die Zinsen für die Kredite zur Übernahme – droht sie nun zu erdrücken. Die außer Kontrolle geratenen Exzesse will der Verband endgültig durch einschneidende Bestimmungen eindämmen. Generalsekretär Gianni Infantino kündigte scharfe Auflagen zu einer ordentlichen Haushaltsführung der Vereine an. Sie sollen nicht mehr über ihre Verhältnisse agieren. Danach müssen die Profigehälter und Transfersummen aus den normalen Einnahmen bestritten werden und dürfen nicht von Finanzspritzen der Clubbesitzer abhängen oder gar durch Kreditaufnahme bei Banken finanziert werden. 

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04.02.10

Poker um Macht und Millionen

Zeitungskritiken an Forderungen der DFB-Übungsleiter 

Frankfurt am Main, 4. Februar (ots/Sportsignale): In den Spitzengremien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) knirscht es seit einigen Monaten, was vordergründig auch die kürzliche Neuaufteilung der Kompetenzen in der Mediendirektion erkennen ließ. Die am Donnerstag vertagte Entscheidung über die Verträge im Bundestrainer-Bereich sprechen auch nicht gerade für Harmonie. Das monatelange Gerangel um die sportliche Kompetenz zwischen dem Bundestrainer und Sportdirektor Matthias Sammer um die Zuständigkeit für die U21 ist ebenfalls kontraproduktiv. Zeitungskommentare der Rheinischen Post, der Mitteldeutschen Zeitung und der Ostsee-Zeitung beleuchten die Situation 

„Die Entscheidung über die vorzeitige Verlängerung der im Sommer 2010 auslaufenden Verträge mit Bundestrainer Joachim Löw, Assistenztrainer Hansi Flick, Torwart-Trainer Andreas Köpke und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist vom Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes auf seiner außerordentlichen Sitzung am Donnerstag auf die Zeit nach der WM in Südafrika vertagt worden.“ Das ist die Einleitung einer Pressemitteilung des DFB zu einem Komplex, bei dem es vordergründig zwar lediglich um Verlängerungen von Verträgen geht, in Wahrheit aber um viel Geld, Einflussnahme und Macht. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger machte deutlich, dass beide Seiten an einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit interessiert seien, dass es aber in wichtigen inhaltlichen Fragen zu keiner Einigung gekommen sei. „Deshalb sind wir gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, die Verhandlungen nun auszusetzen, um uns ausschließlich auf die WM-Vorbereitung konzentrieren zu können.” Das hört sich harmlos an, doch geht es bei dem Zwist um viel Geld. Für den so brav wirkenden Bundestrainer um eine Prämie in Millionenhöhe, für Oliver Bierhoff, den Manager der Nationalelf um Mitspracherechte bei der Bestellung eines National-Coaches. 

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28.01.10

Reicher Onkel aus Amerika

Stan Kroenke hat Arsenal im Visier seiner Begehrlichkeit

London, 28. Januar (Norman M. Noyber/isk): Während Fans von Manchester United und dem FC Liverpool mit reichlich Spruchbändern und lautstarken Schmähungen gegen die finanziellen Machenschaften ihrer amerikanischen Clubbesitzer protestieren, steht ein anderer Yankee kurz vor der Übernahme von Arsenal London. Nur noch 17 Aktien fehlen Stan Kroenke an der ominösen Beteiligung von 30 Prozent, die nach den Statuten der Premier League ein offenes Kaufangebot erfordern. 

Schon jetzt ist der 62 Jahre alte Amerikaner einer der mächtigsten Männer im Profisport. In den USA besitzt er den NBA-Club Denver Nuggets (Basketball), die Eishockey-Cracks von Colorado Avalanche (NHL) sowie die Fußballer der Colorado Rapids (MLS), außerdem hält er einen Anteil von 40% an den St. Louis Rams (American Football). Die Rams gewannen 1999 den Super Bowl, seine Avalanche 2001 den Stanley-Cup. Kroenke ist ein Publicity-scheuer Zeitgenosse. Interviews gibt er nur selten. Am meisten wurmt ihn, dass in der Öffentlichkeit die Ansicht vorherrscht, er habe seinen Reichtum durch die Heirat (1974) mit Ann Walton, Erbin der amerikanischen Supermarktkette Wal-Mart, erlangt. Schätzungen des Finanzmagazins Forbes zufolge belief sich sein eigenes Vermögen im vorigen Jahr auf 2,7 Milliarden US-Dollar, seine Ehefrau übertraf ihn mit 2,9 Milliarden. 

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27.01.10

Heinz, der Champion

Der erfolgreiche Trabrennfahrer Wewering wird 60 

Hamburg, 27. Januar (MSPW-Korrespondent & pps): Mit dem Sulky ist Heinz Wewering, wenn alle von ihm bestrittenen Trabrennen zusammen gerechnet werden,mehrfach um die Welt gefahren. Mehrere zehntausend Mal hat er sich hinter dem Startauto eingereiht. Mehr als 16.300 Siege konnte er feiern. Am Donnerstag (28, Januar) wird der 29-fache deutsche Fahrer-Champion 60 Jahre. „Zehn Jahre darf ich laut  Statuten noch an Rennen teilnehmen. Und das habe ich auch vor“, gibt sich „Heinz the Champ“, trotz solcher Größen wie Hänschen Frömming und Eddy Freundt Deutschlands erfolgreichster Trabrennfahrer aller Zeiten, kämpferisch wie eh und je. 

Ob er das – wie jetzt für Chefin Marion Jauß (Neritz) – weiter in der Doppelfunktion als Trainer und Fahrer machen wird, hängt vor allem von seiner Gesundheit ab. Noch fühlt er sich fit, gönnt sich freilich inzwischen ab und zu auch mal einen freien Tag. An seinem 60. Geburtstag „will ich mal pausieren und durchschnaufen“, sagt er. Drei Tage später hat er einen Besuch auf der berühmten Trabrennbahn in Paris-Vincennes ins Auge gefasst, wo am Sonntag mit dem Prix d’Amerique eines der schwersten und wertvollsten Trabrennen der Welt vor wohl wieder 60.000 Besuchern ausgetragen wird. Wewering will als Zuschauer dabei sein. Ein wenig Sehnsucht dürfte mitschwingen, wenn der gebürtige Münsterländer, der mit acht Geschwistern aufgewachsen ist, Richtung Frankreich und Paris aufbricht. Mehrfach in seiner unvergleichlichen Karriere trug er sich mit dem Gedanken, sich beruflich in Richtung des Nachbarlandes zu verändern. „Dort hat der Trabrennsport einen höheren Stellenwert. In nahezu jedem Ort gibt es eine Rennbahn. Pferderennen sind so etwas wie Volkssport.“ 

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