64 posts categorized "Olympia & Paralympics"

05.03.10

Hübscher Schuldenberg

Olympische Nachwirkungen für kanadische Steuerzahler 

Vancouver, 5. März (isk): Was bleibt von Olympia 2010 übrig? Viele schöne Erinnerungen – und ein enormer Schuldenberg. In Vancouver beläuft er sich auf eine Milliarde kanadische Dollar, das sind etwa 650 Millionen Euro. So viel müssen die Steuerzahler zur Tilgung der Baukosten für das olympische Dorf noch aufbringen. Norman M. Noyber über Probleme in Vancouver und anderen Olympiaorten

Die Planung, das Projekt durch den Verkauf von Luxuswohnungen zu finanzieren, geht nicht auf. Auch das Skizentrum Whistler-Blackcomb muss versteigert werden, weil Sponsoren (General Motors und Norte Networks) wegen der massiven globalen Wirtschaftskrise in Konkurs gingen. Die Veranstalter der Olympischen Winterspiele 2010 können heilfroh sein, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) rund 280 Millionen Euro als Finanzhilfe bereitgestellt hat, um laufende Kosten der Organisation zu decken. Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson musste mit einer Sondergenehmigung der Regierung der Provinz British Columbia einen Kredit in Höhe von 434 Millionen. Dollar aufnehmen, um das olympische Dorf überhaupt fertig stellen zu können. 

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28.02.10

Die Weiberfastnacht von Vancouver

Deutscher Sport darf trotz Erfolges Trend nicht verschlafen 

Vancouver/Frankfurt, 28. Februar (sps): Die Olympischen Winterspiele in Vancouver, die in Vancouver zu Ende gegangen sind, waren wieder recht erfolgreich für die deutschen Teilnehmer (zehn Goldmedaillen, 13mal Silber, siebenmal Bronze), und von der Zahl von 30 her fast identisch mit dem Ergebnis von Turin vor vier Jahren (29 Medaillen). Sportsignale-Mitarbeiter Robert Roets gibt einen Überblick

Das Ergebnis versprüht auf den ersten Blick gute Laune, waren doch tatsächlich die gezeigten Leistungen sehr bemerkenswert. Die sportliche Analyse des gewonnenen Edelmetalls durch den zuständigen Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) und die Fachverbände darf trotzdem den Blick nicht verstellen für kritische Aufarbeitung und die Perspektiven in der Zukunft, denn es gab auch Schwachstellen (z.B. Männer-Biathlon). Von den zehn Goldmedaillen wurden alleine acht von Frauen gewonnen. Das sogeannnte „schwache Geschlecht“ war also in Vancouver ganz stark unterwegs. Maria Riesch und Magdalena Neuner gewannen zusammen viermal Gold, sie wurden flankiert von der Skifahrerin Viktoria Rebensburg, der Rodlerin Tatjana Hüfner und dem Sprint-Tandem mit Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad sowie zum Schluss noch mit den Kufenflitzerinnen. Bobfahrer Andre Lange und Rodler Felix Loch waren hier eindeutig in der Minderheit. Den Männern wurde von den Frauen – wie bei der Weiberfastnacht üblich – die „Krawatten“ gewissermaßen ein wenig gestutzt, ein Geschlechterkrieg soll diese Feststellung freilich nicht auslösen, denn bei den Silbermedaillen hielten sich die Resultate fast die Waage (6:7), bei den Bronzenen gab es wieder ein leichtes Übergewicht für die Frauen (4:2). Dazu kam noch eine „geteilte“ Medaille im Paarlaufen.

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22.02.10

Ahornblätter fallen vor die Füße

Die winzige Chance der deutschen Eishockeymannschaft 

Vancouver/Frankfurt am Main, 22. Februar (Christian Willms/isk-sps): Es ist kein Witz und kaum zu glauben. Deutschlands Eishockeyspieler fingen sich in der Olympia-Vorrunde drei Schlappen gegen Schweden (0:2), gegen Finnland (0:5) und gegen Weißrussland (3:5) ein – gleichwohl kann das Team des DEB theoretisch durchaus noch Olympiasieger werden. Das Reglement macht es möglich, aber diese Überlegung erscheint gleichwohl wenig real

Für das Viertelfinale sind zunächst nur die drei Gruppensieger (Schweden, USA, Russland) und der beste Zweitplatzierte (Finnland) direkt qualifiziert. Die anderen übrig gebliebenen acht Teams treten in Playoff-Spielen gegeneinander an und ermitteln die anderen vier Teilnehmer am Viertelfinale. Weil jedoch die kanadischen „Ahornblätter“ am Sonntag gegen die USA mit 3:5 verloren, wurden die Gastgeber aufgrund der Tabellenplatzierung nun völlig überraschend und unerwartet zum nächsten Gegner der Deutschen im K.o.-Spiel, im Viertelfinale würde – einen Erfolg gegen die Kanadier vorausgesetzt – sogar Russland auf die DEB-Auswahl warten. Diese Teams sind natürlich kaum zu bewältigende Berge, aber aber Verteidiger Christian Ehrhoff lächelt: "Wenn wir die nächste Partie gewinnen, stehen wir im Viertelfinale. Wir werden kämpfen." 

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19.02.10

Eiskunst- oder Eissprunglaufen?

Nach Herren-Kür viele Diskussionen um die Bewertungen 

Vancouver/Moskau, 19. Februar (Erich Stör & Manfred Hönel): Der Russe Jewgeni Pluschenko hat die Goldmedaille, die er vor vier Jahren in Turin erkämpft hatte, in Vancouver nicht verteidigen können. Nach einem perfekten Kurzprogramm hatte er einen geringen Vorsprung von 0,6 Punkten vor Evan Lysacek, ließ aber den Amerikaner in der Kür vorbeiziehen. 

Der Kalifornier hatte das Kürprogramm zwar einwandfrei absolviert, wenn auch im Unterschied zu Pluschenko ohne Vierfach-Sprung. Das war nicht nur eine ziemliche Enttäuschung für die russischen Fans, es ergaben sich auch wieder einmal heftige Diskussionen um die Bewertung des Kunstlaufens bei den Männern. Immerhin ließ sich der russische Ministerpräsident Putin nicht lumpen, und erklärte am Freitag laut Nachrichtenagentur RIA Novosti in einem Telegramm sogleich, das „Silber“, ist „Gold“ wert, Laut Wladimir Putin „sind die Eiskunstlauf-Freunde, alle russischen Fans von der ausgeschliffenen Technik und vom makellosen künstlerischen Geschmack des Eiskunstläufers begeistert und zollen seinen kämpferischen Eigenschaften, seinem Mut und dem Willen zum Sieg Tribut.“ Doch alle waren an diesem Kürabend große Hauptdarsteller: die beiden Amerikaner Evan Lysacek und Johnny Weir, Stepahne Lambiel aus der Schweiz, der Russe Jewgeni Pluschenko und die beiden Japaner Nabunari Oda sowie Daisuke Takahashi. 

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Ein Canuck macht das Ding

Wie die Slowakei Russland im Penalty-Schießen bezwang 

Vancouver, 19. Februar (isk-Bericht): Es war 23.35 Uhr, als im olympischen Eishockey-Match zwischen Weltmeister Russland und der Slowakei endlich die Entscheidung fiel und mit den vielen slowakischen Fans in der Halle jubelten auch viele Bewohner der Olympiastadt, denn ausgerechnet Pavol Demitra, 35-jähriger Routinier und Profi der Vancouver Canucks, die auf diesem Eis normalerweise um NHL-Siege kämpfen, versetzte den bärenstarken russischen Keeper Ilya Bryzgalov zum 3:2. Der Underdog triumphierte nach 1:1 in der normalen Spielzeit und Verlängerung nach je sieben Penaltys. 

Alle Blicke waren in den zweieinhalb Stunden zuvor auf Alexander Ovechkin, den russischen Superstar von den Washington Capitals, gerichtet. Der Mann mit Dreitagebart und Zahnlücke drückte dem Match seinen Stempel auf und jagte, so oft es ging, den Puck auf den Kasten des Gegners. Doch auch der slowakische Torhüter Jaroslav Halak (Montreal Canadiens) stand wie eine Mauer. So blieb es Ovechkin lediglich im Penalty-Schieflen vorbehalten, einen seiner drei (!) Versuche einzunetzen. 

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13.02.10

Völlig verrückt nach Eishockey

Jochen Hecht wird im deutschen Team dringend gebraucht 

Buffalo/Vancouver, 13. Februar (pps-Reporter): Jochen Hecht kann die Aufregung gar nicht verstehen. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich dabei bin“, sagt der Eishockey-Nationalspieler, der von Bundestrainer Uwe Krupp erst im zweiten Anlauf für die Olympischen Spiele in Vancouver nominiert wurde. Als der erste 23-köpfige Kader kurz nach Weihnachten bekannt gegeben wurde, hatte der 32-Jährige noch gefehlt. Die Vorfreude auf Olympia im Mutterland des Eishockeys ist groß – und das aus gutem Grund. 

F „Das wird verrückt. Das ganze Land redet von nichts anderem, fast alle Matches sind ausverkauft, die Leute verlangen für die Eishockey-Tickets horrende Preise“, sagt Hecht, der mit Buffalo erst am 25. Januar in Vancouver zu Gast war: „Spiele in Kanada sind etwas ganz Besonderes. Die Leute sind völlig eishockeyverrückt. Du kannst nicht auf die Straße, ohne erkannt zu werden. Über seine späte Nominierunge machte er sich überhaupt keine Gedanken. „Uwe Krupp hat mir damals schon gesagt, dass ich alle Chancen habe“, berichtet Hecht. Krupp hingegen registrierte mit Freude, dass der Stürmer der Buffalo Sabres zuletzt ganz starke Leistungen zeigte. „Er hat sich die Nominierung verdient“, sagt der Bundestrainer: “In der Form der letzten anderthalb Monate brauchen wir ihn.“ 

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Olympisches Milliardengeschäft

Eröffnungsfeier vom Todessturz eines Rodlers überschattet 

Düsseldorf/Vancouver, 13. Februar (sps/ots): Die Olympischen Winterspiele in Vancouver sind – überschattet vom Todessturz des jungen georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili – eröffnet worden. Heute fallen bereits die ersten Entscheidungen, doch geht es bei dem alle vier Jahre stattfindenden sportlichen Großereignis nicht allein um Gold, Silber oder Bronze für die Athleten – es geht vor allem um das ganz große Gechäft. Das geht auch aus verschiedenen Zeitungsberichten hervor, die sich mit der Winter-Olympiade befassen. 

Die Westfalenpost zum Beispiel weist darauf hin, dass die Spiele zwar vor „einem grandiosen Panorama“ fn einen natürlichen Rahmen zurückfinden wollen, doch auch: „Groß sind die materiellen Verlockungen, Gold steht auf dem Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes. Millionen Euro und Dollar sind als Prämien ausgesetzt, und wo das dicke Geschäft gemacht wird, sind immer auch Betrüger unterwegs. Doping ist die größte Gefahr für den Sport und für Olympia, seine prominenteste Veranstaltung.“ Noch deutlicher wird die Westdeutsche Zeitung und weist eindringlich auf die finanziellen HIntergründe hin: „Die deutschen Fernsehanstalten ARD und ZDF übertragen 250 Stunden live von den Olympischen Winterspielen in Vancouver, umfangreicher als jemals zuvor, aber bei den Werbekunden sind die 16 olympischen Festtage noch kein Renner (…). Das Internationale Olympische Komitee bleibt davon unbeeindruckt, der deutsche Markt scheint weltweit die große Ausnahme. Für Vancouver und London handelten die Herren der Ringe in Lausanne 3,8 Milliarden Dollar an Fernsehgeldern aus, insgesamt soll der olympische Sport mit Vancouver 2010 und London 2012 erstmals über sechs Milliarden Dollar einspielen. Für das IOC bleibt Olympia ein gigantisches Geschäft. Zwölf Top-Sponsoren des IOC bezahlen allein 866 Millionen Dollar, um weltweit exklusiv mit den Ringen werben zu können.“ 

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12.02.10

Alter Fuchs als Goldsucher

Biathlet Björndalen ist einer der großen Olympiastars 

Vancouver/Oslo, 12. Februar (isk-Korrespondent Matthias Huthmacher): Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City im Jahr 2002 war der Norweger Ole Einar Björndalen im Biathlon der große Triumphator, als er alle damals angesetzten Wettbewerbe (Sprint, Verfolgung, 20 Kilometer, Staffel) gewann – vier Jahre später in Turin blieb er ohne Gold, holte allerdings zweimal Silber und einmal Bronze. In Vancouver zählen ihn die Experten wieder zu den Favoriten. Doch kann Björndalen die Erwartungen erfüllen, zumal der Druck auf die norwegische Mannschaft ohnehin nicht gerade klein ist? 

Vor vier Jahren in Turin holten sie nur zwei läppische Goldmedaillen und landeten damit trotz acht silbernen und neun bronzenen Plaketten im Medaillenspiegel sogar weit abgeschlagen hinter Erzfeind Schweden. Das tat weh! Wenn man nun den Norweger auf der Straße fragt, wer die Sache in Vancouver gerade biegen könnte, fällt vor allem ein Name: Ole Einar Björndalen. Das Vertrauen in den König der Biathleten scheint ungebrochen, obwohl auch er in Italien zu oft daneben ballerte und nach dem Gewinn sämtlicher Goldmedaillen in Salt Lake City im vermaledeiten Februar 2006 kein einziges Mal auf dem Stockerl ganz oben stehen durfte. Doch das Vergessen, Schnee von gestern. Dass die vor kurzem 36 Jahre alt gewordene „Eminenz“ bislang im Weltcup sehr gemischte Resultate einfuhr und in der Gesamtwertung irgendwo im Mittelfeld dümpelt – belanglos, weil der Weltcup für Björndalen in einem Olympiajahr schon immer unwichtig war. 

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09.02.10

Das Gesicht der Spiele

Tetraplegiker Sam Sullivan brachte Vancouver auf den Weg 

Vancouver, 9. Februar (isk-Korrespondent Mike Nash): Am Freitag, 12. Februar, werden in Vancouver die Olympischen Winterspiele beginnen. Einer, der nur als Zuschauer dabei ist, aber wie kein anderer dazu beitrug, die Wettkämpfe nach Kanada zu bringen, ist Sam Sullivan – für viele immer nach das eigentliche „Gesicht der Spiele.“ 

Ein Skiunfall warf Sam Sullivan in der Jugend brutal in den Rollstuhl. Als Bürgermeister des Austragungsortes der Olympischen Winterspiele fand er weltweites Mitgefühl bei der Schlussfeier 2006 in Turin. Gemäß dem Zeremoniell nimmt ein Repräsentant der künftigen Gastgeber die olympische Flagge entgegen und schwenkt sie achtmal hin und her. Sam Sullivan ließ sie an seinem Rollstuhl befestigen und fuhr damit achtmal vor und zurück. Dies wiederholte er auch zum Abschluss der Paralympics. Sullivan galt als „das Gesicht der Spiele von Vancouver“, bis er 2008 aus dem Amt schied. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen konnte er nicht wieder kandidieren. Von ihm wurden jedoch die meisten Projekte für Olympia auf den Weg gebracht. Nun möchte er als normaler Zuschauer die Wettkämpfe sehen. Kritikern wegen der Kosten hält er entgegen, dass Vancouver voraussichtlich ein ebenso lohnendes Erbe haben werde wie Calgary 1988. 

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28.01.10

Paradies mit Schattenseiten

Kriminalität und ein Indianer-Netzwerk gegen Olympia 

Vancouver, 28. Januar (Charles Walton/isk): Die Olympischen Winterspiele in Kanada stehen vor der Tür; täglich gibt es neue Meldungen aus und rund um die Olympiastadt. Der Reigen ist bunt; zum Beispiel: Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele treten Ureinwohner als Mitveranstalter auf. Es handelt sich um vier Stämme. Sie sehen in den Winterspielen eine Gelegenheit, ihr kulturelles Erbe der ganzen Welt vorzuführen. Andere First Nations – so die offizielle Bezeichnung für eingeborene Völker in Kanada – bildeten ein „Widerstandsnetzwerk gegen Olympia“, den die Wettkämpfe werden auf dem Land ihrer Vorfahren in Vancouver und Whistler ausgetragen. 

Vancouver zählt im übrigen zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität in der Welt. Das Paradies hat jedoch auch Schattenseiten. Seit dem „Surrey-Massaker“, als 2007 im Bandenkrieg vier junge Drogen-Dealer und zwei Passanten getötet wurden, sind mehr als 30 Morde verübt worden. Die Polizei weiß von mindestens 130 Banden in der Provinz British Columbia. In Vancouver werden jedes Jahr etwa 40 geheime Labors ausgehoben, in denen Ecstacy und andere Drogen entstehen. Die Rohstoffe dafür werden aus den USA eingeschmuggelt. Interessanterweise hört man davon in Deutschland kaum etwas, Im Fall der Fußball-WM in Südafrika werden solche Verbrechen tagtäglich an die große Glocke gehängt. 

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