Ausgehebelte Statistik
Eintracht kümmert sich nicht um Altes und gewinnt
Dortmund, 7. Februar (Christian Taucher): In der Fußball-Bundesliga schlug die Frankfurter Eintracht am Sonntag im letzten Match des 21. Spieltages die Borussia in Dortmund überraschend mit 3:2 Toren und besiegelte damit auch, dass die Münchener Bayern an der Spitze die großen Gewinner des Wochenendes blieben. Der BVB verlor sein Spiel , alle anderen Konkurrenten hatten im Kampf um das internationale Geschäft bereits zuvor mit ihren Unentschieden wichtige Punkte liegen gelassen. Bayer Leverkusen beim 1:1 in Bochum, Schalke 04 beim 0:0 in Freiburg, der HSV beim 3:3 in Köln. Gleichwohl liegt Leverkusen noch vor Bayern, aber nur aufgrund des leicht besseren Tordifferenz (2). Beide Klubs haben 45 Punkte auf dem Konto.
Das Match in Dortmund war wieder mal so ein Spiel, bei dem schon vorher alles bestens geregelt schien. Die Gelb-Schwarzen wurden als haushoher Favorit eingestuft – und das nicht allein nur aus dem Grund, weil sie in der Bundesliga-Tabelle vor der Eintracht aus Frankfurt rangierten, sondern vor allem, weil die Frankfurter so eine Art Lieblingsgegner für den BVB sind: gegen kein anderes Bundesligateam gewannen die Dortmunder so häufig wie gegen die Hessen. Insgesamt wurden schon 35 Siege notiert, Und weil BVB-Trainer Jürgen Klopp in seiner Dortmunder Zeit noch nie zwei Mal hintereinander verloren hatte, schien ohnehin alles klar. Die klare 1:4-Niederlage der Borussia in Stuttgart nach immerhin 12 ungeschlagenen Spielen hatte Klopp und die Mannschaft natürlich nicht geschmeckt, aber auch nicht geschockt, zumal der BVB im Westfalen-Stadion seit sechs Spielen keinen Treffer mehr hatte schlucken müssen und damit sogar den Vereinsrekord einstellte. Doch die Binsenweisheit von Trainer-Altmeister Otto Rehhagel kam auch vor den rund 78 000 Zuschauern wieder einmal zum Tragen: Die Wahrheit liegt auf dem Platz!
Statistische Erhebungen jedweder Art wurden ad absurdum geführt. Was heisst es schon, wenn die Frankfurter das letzte Mal 1991 in Dortmund gewonnen haben. Rein garnichts, es bestätigte sich vielmehr, dass sich auf dem Spielfeld die Situation ganz anders als erwartet und geplant darstellte. Die frühe Frankfurter Führung brachte die Gastgeber ziemlich aus dem Konzept, und motivierte die Eintracht, deren Spieler frühzeitig erkannten, dass in diesem mächtigen Rund durchaus etwas zu holen war. Obwohl die Borussia zum 1:1 ausgeglichen hatte und sogar 2:1 in Führung ging, blieb sie immer unter ihren Möglichkeiten. Es war ja auch wirklich bitter: Nach sechs Heimspielen ohne Gegentor am Sonntag dann gleich drei in einem Spiel, und das auch noch garniert mit einer Niederlage. Kein Wunder, dass sich die Frankfurter diebisch freuen konnten.
Frankfurt hatte die Partie ohne Respekt begonnen und erzielte auch mit der ersten Chance des Spiels das 1:0 durch Benjamin Köhler (7.) Borussia Dortmund durfte sich bei Torhüter Marc Ziegler bedanken, dass es zunächst dabei blieb. Nach einer Viertelstunde kamen die Dortmunder durch Mats Hummels zum Ausgleich. Nach dem Wechsel gingen die Dortmunder durch ein Tor von Lucas Barrios mit 2:1 in Führung (57.), doch Sebastian Jung (65.). und Alexander Maier (74.) sorgten für den Frankfurter Erfolg.
Bei einem solchen Ergebnis war Eintracht-Trainer Michael Skibbe nach dem Spiel gut gelaunt: "Wir hatten besonders in der Anfangsphase einige hundertprozentige Torchancen. Der Sieg war verdient. Ich komme immer wieder gerne nach Dortmund, das macht einfach verdammt viel Spaß, hier zu spielen." Neidlos anerkannte Jürgen Klopp den Frankfurter Erfolg und legte den Finger auf die Wunde seiner eigenen Leute: „Wir haben verloren, weil wir nicht gut genug waren. Wir hatten heute zwei bis drei Jungs auf dem Platz, die mehr mit dem Ball, dem Platz und mit sich selbst zu tun hatten."





















